Blüte bei Fargesia nitida



1993 trafen die ersten Blühmeldungen an Fargesia nitida aus England ein und bereits 1995 und 1997 wurde darüber berichtet.
Es besteht in Fachkreisen kein Zweifel, dass alle Klone dieser Art nach der Blüte absterben. Horstig wachsende Bambusarten werden als monocarphe Pflanzen bezeichnet, also Pflanzen, die sich nur durch Samen vermehren.
Gab es in den ersten Jahren nur wenige Blühmeldungen an Fargesia nitida, dieser nicht so weit verbreiten Art wie Fargesia murielae, so häufen sich inzwischen die Blühdaten. Die Blüte an Fargesia nitida begann 1993 auf einer Insel vor Westengland. Die Pflanzen starben innerhalb von 2 Jahren ab, ohne auch nur wenige keimfähige Samen anzusetzen. Bei einer Rundreise durch Cornwall im Frühjahr 1994 wurden viele über die Blüte an Nitida berichtet, aber blühende Nitida waren dort nicht zu finden.
Ab 1995 trafen von mehreren Standorten in Nordeuropa Blühmeldungen ein, aber anscheinend hatte keiner gutes Saatgut ernten können. Erst 1997 blühten die ersten Pflanzen von Fargesia nitida in Dänemark. An wenigen Halmen entwickelten sich keimfähige Samen. Einem dänischen Bambusfreund gelang es im Laufe der nächsten Monate und auch im folgenden Jahr Samen zu ernten. Die Keimrate lag bei ca. 40 %. Eine der blühenden Pflanzen wurde bei Hannover ausgepflanzt. Im nächsten Frühjahr wurden nicht mehr als 20 Samenkörner von dieser Pflanze geerntet, wovon leider nur wenige keimten. Inzwischen hat sich dieser Findling zu einem stattlichen und dekorativen Horst mit 3 Meter Höhe entwickelt, ohne wieder in Blüte zu kommen.
(Dieses Blühverhalten scheint bei Fargesien nicht ungewöhnlich. 1989 trieb ein Horst von Fargesia murielae ein paar Blüten, aber die Pflanze kam erst 1995 in Vollblüte und starb dann innerhalb von 2 Jahren ab.)
Bei dem blühenden Klon aus Dänemark handelt sich um den Typ des Handels, der bei uns unter dem Namen Fargesia nitida oder Fargesia nitida 'Ems' in Umlauf ist. Die Blätter sind bei diesem Klon größer als bei den anderen in Europa verbreiteten Sorten. Die etwas dickeren Halme wachsen aufrecht, sind auffällig stark bemehlt und nur in der Halmspitze leicht gebogen.
Im Jahre 2000 wurden nicht nur in Cornwall und im Park von Wakehurst blühende Nitida Horste entdeckt, sondern auch in anderen Gärten und Standorten in Deutschland.
Bei diesen Nitida Typen handelt es sich offensichtlich um die selben Klone, die im Park von Wakehurst in größerer Anzahl stehen und standen. Die Nitida-Klone hatten auffällig schmale Blätter, dünne Halme und nur eine Endhöhe bis 3 Meter. Die im Jahre 2000 gesammelten Samen waren mit einer Keimrate von ca. 10 % nicht gerade ergiebig. Die Sämlinge sind schwachwüchsig und unterscheiden sich nur wenig voneinander. Alle Sämlinge haben die selben Unterscheidungsmerkmale, schmale Blätter und dünne Halme.
Im Spätsommer 1999 kam der erste Horst von Fargesia nitida cv. Chennevieres in Blüte. Im Frühjahr des nächsten Jahres setzte sich die Blüte auch an anderen Standorten durch und 2001 trafen aus vielen teilen Europas Blühmeldungen ein. Nur wenige Pflanzen setzten keimfähige Samen an.
Inzwischen mehren sich die Blühmeldunge an einigen Klonen von Fargesia nitida, wie z. B. von der Landesgartenschau in Hanau.
Blühdaten (möglichst mit Fotos) werden zur Auswertung gesammelt. Senden Sie diese bitte an nachfolgende E-Mail Anschrift: fv@bambus-info.de

Fred Vaupel im Januar 2003

Zusammenfassung der
Blüte bei Fargesia nitida
Rätselhafte Blüte an den Sorten von Fargesia murielae
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